Hanoi (09.11.-10.11.2024)

Hanoi ist mit über 8 Millionen Einwohnern so groß wie Sydney und Berlin zusammen. Es hat nicht die Skyline von Singapore und nicht die Modernität von Melbourne aber eine einzigartige Quirligkeit. Die Straßen quellen über von Autos und Motorscootern, die mehr oder weniger alle Gehwege besetzen.


Hanoi besucht man am Besten am Wochenende - denn dies tut der Geschäftigkeit keinen Abbruch und ab 18 Uhr sind die Straßen des sogenannten old quaters, dem Teil der Innenstadt, in dem sich auch die meisten Hotels befinden. Auch wir hatten dort Quartier bezogen im obersten Stock des Hotel Allure, welches als 4* Hotel mit 75,- € die Nacht nicht ganz billig, dafür aber sehr schön ist.


Die Innenstadt lässt sich mit etwas Ausdauer auch problemlos zu Fuß erkunden. Unser erster Tag hatte es mit gut 10 km Fußmarsch schon in sich. In der Regel startet man am Besten am zentralen hoan kiem see mit einem kleinen konfuzianischen Tempel. Am Seeufer entlang führt ein kurzer Abstecher zur st. joseph cathedral, welche im Inneren eine Oase der Ruhe in dem allgegenwärtigen Lärm der Stadt bildet. Wir haben gestoppt: Etwa alle 3 Sekunden dröhnt eine Fahrzeughupe.


Von da aus ging es auf kurzen Weg zum vietnamese’s womens museum welches nicht nur die Stellung der Frau im Alltag sondern auch ihre bedeutsame Rolle im Vietnamkrieg darstellt. Man gewinnt den Eindruck, dass die Gleichstellung in Vietnam sehr weit fortgeschritten ist.


Nächste Station war die train street in Hanoi, die berühmt dafür ist, dass sich die Züge hier zentimeterweise an den Hauswänden und den Schaulustigen vorbeischieben. Wir hatten Glück, dass just bei unserer Ankunft gerade ein Zug durchfuhr. Das ist wirklich selten, denn pro Tag fahren nur gut eine Handvoll Züge auf der einspurigen Strecke.


Von da aus ging es dann in den literaturtempel, welcher die Geschichte und die herausragende Bedeutung der Literatur für die Kultur Vietnams seit der Ly Dynastei ab ca. 1000 n.Chr. darlegt.  Der Rückweg zum Hotel führte uns dann noch an der geschmückten lenin-statue sowie am gegenüberliegenden flag-tower vorbei, auf dem Stolz die rote vietnamesische Fahne weht.


Am zweiten Tag hatten wir den politischen Teil unserer Reise mit einem Spaziergang zum ho-chi-minh-mausoleum sowie an der gerade im Umbau befindlichen Deutschen Botschaft komplettiert. Dieser Bereich ist der Einzige, an dem starke Präsenz von Sicherheitskräften festzustellen war. Ansonsten sah man so gut wie keine Polizei und hörte auch kaum Sirenen von Krankenwagen oder Feuerwehr - vielleicht, weil dies bei dem Verkehr ohnehin sinnlos scheint.


Hinzu kam dann noch der Besuch des kunstmuseums. Dabei war ein eklatanter Kontrast zu etwa den Kunsttempeln in Australien festzustellen. Kleine dunkle, mit Bildern vollgehängten Räume, sortiert nach Epoche aber auch nach Maltechnik. Es wurden ausschließlich vietnamesische Künstler ausgestellt und deren Kunst ist bis heute im figürlich-darstellenden stecken geblieben. Die große Befreiung der Kunst wie in Europa gibt es hier bis heute nicht.  


Das eigentliche Highlight ist aber die Stadt selbst. Nach Sonnenuntergang brodelt es in der Innenstadt wie in einem Whirlpool. Unzählbare (zumeist jüngere) Backpacker ebenso wie Einheimische, feiern auf den Straßen und schieben sich aneinander vorbei - die zentrale Straße der Altstadt heißt auch sinnigerweise “Bierstraße”. Ein einheimisches Ha-Noi Bier erhält man ab 15.000 VND, das sind 0,55 €. So viel kosten dann übrigens auch die günstigsten Zigaretten.


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